Eclipse FATE: Teil 1, Grundlegendes zur Adaption
Nov 14th, 2010 by hendrik
Das ist schon eine komische Sache mit Eclipse Phase. Eingeschlagen hat das Spiel letztes Jahr ja wie eine Bombe. Einerseits, weil es mit dem Transhumanismus natürlich ein aktuelles Thema aufgreift und in diesem Bereich ein sehr gut recherchiertes und glaubhaftes Gesamtbild abzubilden weiß, andererseits weil es durch sein Lizenzmodell, nämlich das offene und kostenlose zur Verfügung stellen von Texten und Artwork unter einer Creative Commons Lizenz, versucht hat, ein ganz neues Geschäftsmodell zu etablieren – und die Buchverkäufe zeigen offensichtlich, dass dieses neue Modell aufgeht und rentabel ist.
Ich selbst mag das Spiel sehr – das Setting ist unglaublich vielschichtig und trotzdem plausibel, die Autoren scheinen sehr gut mit der transhumanistischen Bewegung vernetzt zu sein und verarbeiten aktuelle Themen aus der biologischen, sozialen, kybernetischen und Informationsforschung, die sie geschickt mit eigenen Ideen zu verweben wissen. Mein großer Kritikpunkt, und viele Menschen geben mir da wohl recht, ist allerdings das Regelsystem von Eclipse Phase. Hier wird eine für das Spiel eher giftige Komplexität mit einigen nur bedingt unter funktionalen Gesichtpunkten sinnvollen Mechanismen verstrickt, was zu einem System führt, dass wir beim spielen vor allem als eins empfunden haben: unspielbar!
Einige Probleme bzgl. der Komplexität lassen sich durch relativ einfache Modifikationen in den Griff bekommen (z.B. so wie ich das bei der Umstellung von Eclipse Phase auf den W20 gemacht habe), aber das ändert leider nichts daran, dass das System an sich eine Art “Shadowrun mit Rollator” bleibt. Dementsprechend blogge ich jetzt hier mal einfach meine Adaption von Eclipse Phase auf FATE3: Eclipse FATE sozusagen.
Als Grundlage möchte ich hier FATE3 verwenden, wie es im Dresden Files RPG zu finden ist. Die Wahl fiel mir dabei leicht: Nicht nur dass dies die aktuellste Darstellung von FATE von offizieller Seite ist, nein, auch die Spezifika des DFRPG sowie zu guter Letzt die Tatsache, dass dies das einzige FATE-Buch in unserem recht gut gefüllten Rollenspielregal ist (und wohl auch bleiben wird), machen mir die Sache recht einfach.
Nun aber mal zum spezifischen Teil, sprich wie möchte ich welche Mechanismen nutzen, um Eclipse Phase mit FATE abzubilden:
- Stress Tracks: DFRPG führt einen Social Stress Track ein. Das finde ich ganz hervorragend, denn soziale Konflikte sind vermutlich in den physikalisch extrem begrenzten sozialen Umfeldern, die sich der transhumanistischen Menschheit als Lebensraum bieten, an der Tagesordnung.
- Skills: Hier muss eine passende Skillliste her, damit wir die besonderen Begebenheiten des Settings darstellen können. Die offizielle Eclipse Phase Skilliste ist aber deutlich zu lang, vieles, was dort auftaucht, wird in meiner Version einfach als Trapping unter einem existierenden Skill landen. Zudem plane ich die einem Charakter zur Verfügung stehenden Skill Points deutlich hochzuschrauben, weil ich auch Networking/Reputation damit abbilden will.
- Stunts: Stunts waren ja zu Beginn (also beim Wechsel von FATE2 auf FATE3) für mich so etwas wie der Untergang des Abendlandes, weil sie die Klarheit und Einfachheit von FATE durch die ihnen innewohnende Willkür irgendwie total untergraben haben. Mittlerweile habe ich mich aber an die kleinen Dinger gewöhnt, und gerade bei EP kommen sie mir sehr gelegen. So etwas wie mundane Stunts wird es bei mir nicht geben, Stunts benutze ich stattdessen dazu, um die Morphs, Cyber- und Bioware abzubilden. Und natürlich für PSI-Fähigkeiten.
- Aspekte: Aspekte sind die Stärke von FATE und daran müssen wir nichts drehen. Psioniker werden Extraaspekte brauchen. Und jeder Morph bekommt auch einen Aspekt – beziehungsweise jeder Charakter bekommt einen Morph-Aspekt.


[...] mal wieder. Gestern habe ich ein wenig über mein Vorhaben geschwafelt, FATE3 auf Eclipse Phase zu adaptieren. Heute [...]