Darkon: Religion des Imperiums II: Numina
Jun 20th, 2011 by hendrik
Neben der Trias dominieren die Numina vor allem den Glauben des gemeinen Volkes. Numina sind Sterbliche, die einen Teil der Göttlichkeit eines der sechs Avatare in sich aufgenommen haben und damit einen sehr speziellen Aspekt eines Avatars darstellen. Obwohl göttlich berührt, sind Numina Sterbliche und damit letztendlich die Kinder normaler Menschen. Oft zeigt sich erst ab der Pubertät die wahre Natur eines Numens; dies ist ein Moment großer Freude (denn es gilt gemeinhin als große Ehre, ein Numen zur Welt gebracht und aufgezogen zu haben, zeugt es doch von der demütigen und bedingungslosen Treue der Eltern der Trias gegenüber).
Gemeinhin wir einem Numen eine gewisse Verehrung zu teil. Mit zunehmenden Alter scharen die meisten Numen eine Schar von Anhängern um sich, die ihr Leben ganz und gar dem Aspekt widmen, den das Numen repräsentiert. Natürlich liegt das nicht immer im Interesse des göttlich berührten, und viele Numen sind weder als umgänglich noch als weise bekannt. Die meisten unter ihnen suchen eher die Abgeschiedenheit oder versuchen zumindest ihre Kräfte zu verheimlichen – was nur in den wenigsten Fällen gelingt.
Die Macht eines Numens ist groß – schließlich handelt es sich hier um einen Gott in einer sterblichen Hülle, aber in aller Regel ist der Aspekt des Numens sehr stark begrenzt und repräsentiert nur einen winzigen Splitter eines Avatars. So gibt es ein Numen der frühlingshaften Morgensonne, ein Numen des blutigen Schlachtens, ein Numen des berauschenden Weins oder ein Numen des wachsenden Weizens. Numen mit weiter gefassten Machtbereichen werden dabei selbst von den Scholasten der Trias als Mythen und Legenden abgetan.
Stirbt ein Numen, so verpufft seine göttliche Macht nicht, sondern geht auf den Ort des Todes über. Die Natur, die Gefühle der anwesenden Menschen, alles wird von dieser Macht berührt und in starkem Maße beeinflusst. Nicht selten entstehen weithin bekannte Schreine an diesen Orten, und Pilger nehmen lange, beschwerliche Reisen auf sich, um die Ruhestätten der Numina zu besuchen und diese Macht mit eigenen Augen zu sehen.
Die regeltechnische Umsetzung eines Numens ähnelt der eines Zauberers. Wie diese verwendet ein Numen eine Fähigkeit Numen, um seine Kräfte zu beherrschen.
Seinen Aspekt, den das Numen repräsentiert, wählt der Charakter dann als Ressource. Wie ein Zauberer kann ein Numen seine Kräfte nur einsetzen, wenn diese Ressource mindestens ein Potenzial von 1 besitzt. Neben dem Aspekt besitzt der Charakter auf jeden Fall auch eine Ressource Anhänger. Dem Spieler des Numens steht es frei, beliebig Stufen von seinem Aspekt auf seine Anhänger zu übertragen und umgekehrt. Dafür ist lediglich ein zuvor erfolgter erfolgreicher Einsatz seiner Kräfte von Nöten.
Anders als bei einem Zauberer hat das fehlgeschlagene Aufladen der Numenressource keinerlei negativen Auswirkungen.
Jedes Numen muss den Satz “Ich bin” zu “Ich bin das Numen des [Aspekts]” vervollständigen und den Satz zwingend als Merkmal wählen. Verliert das Numen dieses Merkmal, so verliert es auch alle seine Kräfte.

